Anwendungsbericht

Automatisierte Logistik-Dokumentation


Die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH hat die Transparenz im Materialfluss durch die Einführung einer automatisierten Datenerfassungslösung deutlich erhöht. Zunächst eingesetzt im Warenausgang, soll diese nun schrittweise auch auf den Wareneingang, die Lagerhaltung und Kommissionierung erweitert werden. Realisierungspartner bei der Auswahl der eingesetzten Hardware ist der Auto-ID-Spezialist AISCI Ident.


Mitte des Jahres 2011 hat das Stahlgroßhandelsunternehmen Klöckner damit begonnen, Schritt für Schritt die Transparenz über sein sehr breites Artikelspektrum zu erhöhen. Insgesamt sind davon 14 lagerhaltende Niederlassungen betroffen. „Zunächst haben wir damit begonnen, den Bereich der Verladung beziehungsweise des Warenausgangs mit Hilfe der mobilen Datenerfassungsterminals vom Typ Datalogic Falcon X3 zu automatisieren und so unsere Prozessabläufe deutlich übersichtlicher zu gestalten“, sagt Stefan Kroos, Leiter Logistik bei der Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH mit Sitz in Duisburg. „In der Vergangenheit wussten wir in unserem Distributionsnetzwerk nicht, wo genau sich jede einzelne der knapp 1,1 Millionen Sendungen befindet, die als Materialaustausch zwischen den Niederlassungen bewegt werden.“

Das größte Problem allerdings dabei war, dass mit jeder dieser Sendungen ein direkter Kundenauftrag verknüpft war und Klöckner nicht zu jeder Zeit gegenüber seinen Kunden zuverlässig Auskunft über den exakten Status der Bestellungen geben konnte. „Es kam zu einzelnen Sendungsverlusten und natürlich hat auch die Liefertreue auf dem Weg zu unseren Kunden gelitten“, so Kroos. „Deshalb war dieser Zustand für uns auf die Dauer nicht haltbar und wir haben uns entschlossen, die Dokumentation unserer Logistikkette automatisiert abzuwickeln.“


Informations- und Materialfluss sollen zusammenspielen


In einem ersten Schritt hat Klöckner sämtliche  Hallenflächen – immerhin sind dies insgesamt mehr als  150.000 Quadratmeter – mit einer WLAN-Lösung  ausgestattet. Nach Ende der Kommissionierung nehmen  nun Mitarbeiter mit mobilen Datenerfassungsterminals  vom Typ Falcon X3 von Datalogic zunächst die einzelnen  Lieferpositionen per Barcode-Scan auf und buchen diese  direkt auf zuvor gekennzeichnete Pufferplätze. Somit  weiß Klöckner jetzt ganz genau, welche Artikel sich in  welcher Stückzahl auf den einzelnen Pufferplätzen  befinden. Beim Verladen für eine Kundenlieferung wird das Material ebenfalls gescannt und dem Transport zugeordnet. Dies hat die Transparenz schon ein deutliches Stück gesteigert. „Wenn wir dann das gesamte Konzept umgesetzt und auch den Wareneingang, die Lagerhaltung und die Kommissionierung angebunden haben, werden wir von der vollen Transparenz im Materialkreislauf profitieren“, sagt Logistikchef Stefan Kroos. „Denn unser Hauptziel insgesamt ist es, einen parallelen Informations- und Materialfluss über alle Niederlassungen hinweg herzustellen.“ Dies gelte dann für die gesamte Logistikkette - vom Wareneingang über die Lagerhaltung und Kommissionierung bis zur Auslieferung an den Kunden.


Deutschland mit Pilotcharakter für europäische Klöckner-Niederlassungen


Das deutsche Niederlassungsnetz von Klöckner hat in diesem Automatisierungsprojekt Pilotcharakter für weitere europäische Landesgesellschaften des Stahlgroßhändlers. Wenn voraussichtlich Ende 2013 alle Prozesse des Materialflusses in Deutschland integriert sind, soll die Lösung auch in andere europäische Länder schrittweise ausgerollt werden. Europaweit werden dann rund 1.000 Datalogic-Geräte bei Klöckner zum Einsatz kommen – die ersten 200 davon sind heute bereits installiert. Die Investition allein in Deutschland liege in einem hohen sechsstelligen Euro-Bereich.

„Für die Datalogic-Geräte haben wir uns hauptsächlich aus dem Grund entschieden, weil diese sehr stabil und flexibel einsetzbar sind und sie problemlos in das bei Klöckner eingesetzte Warenwirtschaftssystem von SAP integriert werden können“, erklärt Timo Kohlmeier, zuständiger Projektleiter bei AISCI Ident GmbH mit Sitz in Bad Salzuflen. „Darüber hinaus haben wir bereits in zahlreichen anderen Praxisanwendungen positive Erfahrungen mit dem Falcon X3 gemacht.“ Dies habe die Entscheidung wesentlich vereinfacht. Auch einzelne neue Module wie die Lagerplatzverwaltung, eine Inventurlösung, die Übernahme der Ausgangsbuchung oder die Rechnungslegung seien bereits in das System integriert. „Mit unserem Realisierungspartner AISCI Ident sind wir ausgesprochen zufrieden“, so Kroos. „In der Entscheidungsfindung haben uns sowohl das AISCI-Know-how in der Auswahlentscheidung als auch die Leistungsfähigkeit der Datalogic-Geräte überzeugt.“


Über die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH

Als eine der Landesgesellschaften der weltweit agierenden Klöckner & Co SE ist die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH verantwortlich für das operative Geschäft in Deutschland. Sie übernimmt in den Bereichen Automotive, Hoch-, Tief- und Metallbau, sowie im Maschinen- und Anlagenbau die Distribution der Produkte, deren An- und Weiterverarbeitung sowie zusätzliche Dienstleistungen. Die Zentrale der GmbH befindet sich ebenso wie die Zentrale der Aktiengesellschaft in Duisburg. 

Im Geschäftsjahr 2011 erzielte die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. In Deutschland betreibt das Unternehmen derzeit 18 regionale Niederlassungen, 14 davon mit eigener Lagerhaltung. Mit rund 20.000 Kunden zählt die Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH zu den leistungsstärksten Distributeuren für Werkstoffe in Deutschland.


Dieser Bericht ist erschienen in LOGISTIK HEUTE 05/2013.

Jan Oevermann

Vertriebsleitung Anwender

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