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Professionelle Etikettendrucker kaufen

Wer im Unternehmen regelmäßig und in professioneller Qualität individuelle Etiketten drucken will, benötigt dazu spezielle Etikettendrucker. Bürodrucker mit Laser- oder Tintenstrahltechnik sind für diesen Zweck ungeeignet. Das Angebot an entsprechenden Geräten ist groß, die Modelle der Etikettendrucker,  auch Labeldrucker genannt, unterscheiden sich erheblich in Leistung, Ausstattung und Preis. Die Auswahl der optimalen Hardware hängt dabei wesentlich von der Anwendung und dem Einsatzbereich ab. Dieses Whitepaper zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Produktauswahl achten müssen, damit Anwender wie Controller mit der Investition zufrieden sind. Sie erhalten einen Überblick über relevante Auswahlkriterien sowie deren Bedeutung in der Praxis. Anschließend können Sie Etikettendrucker im Hinblick auf den geplanten Einsatzzweck bewerten und wissen,  worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihren neuen Etikettendrucker kaufen. 

1. Einsatzbereiche und Anforderungen definieren

Ein Logistikzentrum, welches zehntausende von Versandetiketten täglich druckt, hat andere Anforderungen an einen Etikettendrucker als ein Labor, welches besonders kleine und beständige Etiketten benötigt. In rauer Produktionsumgebung wird ein Drucker meistens ganz anders gefordert als im Büro.

Klären Sie daher zuerst die folgenden Anforderungen, welche die Anwendung an den Drucker stellt:

  • Über welche Eigenschaften sollen die bedruckten Etiketten verfügen?
    • Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse (Witterung, UV-Strahlung, Chemikalien, Wisch-, Kratz- und Reißfestigkeit)
    • Größe
    • Soll parallel oder alternativ zum Druck auch ein in das Etikett integrierter RFID-Tag beschrieben werden können?
  • Wie viele Etiketten sollen ca. pro Woche gedruckt werden?
  • Wie sollen die Etiketten ausgegeben werden (zum Abreißen, abgeschnitten, abgeschält, aufgerollt, automatisch aufgeklebt)?
  • Wie robust sollte der Etikettendrucker sein?
  • Soll das Gerät stationär oder mobil (tragbar oder auf einem Fahrzeug montiert) eingesetzt werden?
  • Wie viel Platz steht zur Verfügung?
  • Soll ein Barcode auf dem Etikett dargestellt werden? Dann benötigen Sie gegebenenfalls einen speziellen Barcode Drucker. 

2. Produkteigenschaften für Etikettendrucker festlegen

Druckverfahren

Für den professionellen Druck von individuellen Etiketten hat sich das Thermo-Druckverfahren durchgesetzt. Es kann als Thermo-Direkt und -Transferverfahren eingesetzt werden. Zum Einsatz kommt hier ein Thermotransferdrucker.

Thermo-Direkt-Druck

Im Thermo-Direkt-Druck wird spezielles Thermo-Papier durch einen Druckkopf erhitzt und geschwärzt. Das gleiche Verfahren wird auch in Rollenpapier-Faxgeräten angewandt. Ein Vorteil hierbei ist, dass außer den Etiketten kein weiteres Verbrauchsmaterial benötigt wird. Allerdings sind Thermo-Papiere anfällig gegen Licht und Temperatur und somit zur dauerhaften Kennzeichnung eher ungeeignet. Ein klassisches Einsatzgebiet für Thermo-Direkt-Druck sind Versand-Etiketten, welche i. d. R. nach einigen Tagen oder Wochen entsorgt werden.

Thermo-Transfer-Druck

Mit dem Thermo-Transfer-Druckverfahren können verschiedenste Materialen wie Papier, Kunststoff oder Metall im Etikettendrucker bedruckt werden. Hier wird als zusätzliches Verbrauchsmaterial eine Transferfolie benötigt. Diese ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich und ermöglicht Druckergebnisse, die wisch- und kratzfest oder sogar öl- und lösungsmittel-beständig sind. Daraus ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Laser und Tinte

Tintenstrahl- und Laserdrucker konnten sich im professionellen Etiketten-Druck nicht durchsetzen. Tintendrucke sind nicht haltbar genug, sie verwischen und verlaufen zu leicht. Zudem sind die Verbrauchsmaterialen wesentlich teurer als bei einem Thermo-Drucker. Ein Laserdrucker hat Probleme beim permanenten Druck von Selbstklebe-Etiketten. Durch die hohe Temperatur beim Laserdruck tritt Klebstoff an den Rändern aus, welcher auf Dauer das Druckwerk beschädigt.

RFID

Einige Etikettendrucker können auch im Etikett integrierte RFID-Tags beschreiben. Teilweise ist diese Funktion auch als Option nachrüstbar.

Maximale Druckbreite

Als Standard-Druckbreite hat sich ein Wert von 104 mm für Etikettendrucker etabliert. Damit können z. B. Versand-Etiketten im Format A6 gedruckt werden. Darüber gibt es auch Etikettendrucker mit größeren Druckbreiten bis 216 mm für A4-Format.

Druckauflösung

Die Standard-Auflösung im Thermo-Druck beträgt 200 dpi. Diese ist für lesbare Schriften und gängige Barcodes ausreichend. Es sind auch Etikettendrucker mit höheren Auflösungen erhältlich (300, 400 oder 600 dpi). Diese sind für den Druck von hochauflösenden 2D-Codes und Barcodes sowie für Grafiken sinnvoll.

Druckaufkommen

Die Menge der zu druckenden Etiketten entscheidet über die Geräteklasse. Für kleine Druckvolumina von bis zu 1.000 Etiketten/ Woche können Desktop-Drucker eingesetzt werden. In den kompakten Gehäusen finden allerdings nur Etiketten- und Farbbandrollen mit relativ geringem Durchmesser Platz.

Wenn mehr als 1.000 Etiketten/ Woche gedruckt werden sollen, ist der Einsatz von Industriedruckern sinnvoll. In diesen finden größere Rollen an Verbrauchsmaterial Platz, zudem ist der Materialwechsel meistens einfacher. Insgesamt sind diese Geräteklassen vom Gesamtkonzept auf höheren Durchsatz ausgelegt.

Wer viele Etiketten drucken will, sollte außerdem auf die Druckgeschwindigkeit achten: Diese variiert, je nach Modell, zwischen 76 bis 304 mm/sek.

Etiketten-Ausgabe

Standardmäßig verfügen alle Modelle über eine Abreißkante für das Trägermaterial des Etiketts. Alternativ dazu gibt es eine Reihe von Optionen, die teilweise auch nachgerüstet werden können:

Spendesysteme

Ein Etikett wird gedruckt und vom Trägermaterial abgelöst (letzteres kann im Drucker wieder aufgewickelt werden). Ein Präsenzsensor registriert, ob das Etikett entnommen wurde, erst dann wird das nächste produziert. Dieses Verfahren wird u. a. auch bei Obst-Waagen in Supermärkten eingesetzt.

Cutter

Ein Schneidmesser vor dem Drucker trennt ein Etikett nach dem Druck ab. Teilweise sind für ein Drucker-Modell verschiedene Cutter erhältlich, je nach Dicke des zu schneidenden Materials. Bei Selbstklebe-Etiketten darf der Schnitt nicht durch das Etikett selbst erfolgen, da das Messer sonst verklebt.

Aufwickler

Diese wickeln Rollen-Etiketten nach dem Druck wieder auf. Es gibt externe und interne Modelle.

Robustheit

Je nach Einsatzbereich sollte eine entsprechende Widerstandfähigkeit des Druckers gewährleistet sein.

In rauen Umgebungen wie Lager oder Produktion haben sich Gehäuse und Chassis aus Metall bewährt. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass dort die Verbrauchsmaterialien oftmals auch von Mitarbeitern gewechselt werden, die sonst wesentlich gröbere Arbeiten verrichten.

Bei mobilen Geräten sind noch weitere Anforderungen zu beachten: Ein tragbares Gerät fällt auch mal herunter, ein auf einem Gabelstapler installierter Drucker ist laufend Erschütterungen ausgesetzt.

Formfaktor & Mobilität

Industrie-Etikettendrucker

Charakteristisch für Drucker diese Klasse ist das kastenförmige, seitlich aufklappbare Gehäuse und die stabile Ausführung. Sie verarbeiten Etikettenrollen bis 200 mm Außendurchmesser und Transferfolien von mindestens 300m Länge. Einstellungen können auch über ein Frontpanel mit Display vorgenommen werden. Sie eignen sich für mittlere und große Druckvolumen.

Desktop-Etikettendrucker

Diese Modelle haben ein kompaktes Kunststoffgehäuse, welches zum Materialwechsel nach oben aufgeklappt wird. Viele Modelle haben nur LEDs als Statusanzeige, eine komfortable Konfiguration ist hier nur via PC möglich. Die vergleichsweise kleinen Gehäuse sind für Etiketten mit einem Rollendurchmesser von 125 mm und Folien mit Länge von 100-300 m konzipiert. Damit eignen sie sich für geringe Druckvolumina in unkritischer Umgebung. Hier liefern sie professionelle Druckergebnisse für einen günstigen Anschaffungspreis.

Etikettendrucker für den Betrieb in/ auf Fahrzeugen

Die platzsparenden Modelle sind mit spezieller Spannungsversorgung und erhöhtem Schock- und Vibrationsschutz ausgestattet.

Tragbare Etikettendrucker

Sie sind besonders klein und leicht und können am Körper getragen werden. Die Stromversorgung erfolgt per Akku, die Druckdaten werden in den meisten Anwendungen von mobilen Terminals via Bluetooth oder WLAN übertragen.

Anschluss der Etikettendrucker

Eine USB-Schnittstelle ist bei aktuellen Modellen Standard. RS232-, Centronics- und Ethernet-Anschlüsse sind teilweise Standard, sonst als Option erhältlich. Drahtlose Anschlüsse sind bei stationären Geräten optional erhältlich, bei mobilen Geräte gibt es ab Werk Varianten, die WLAN und / oder Bluetooth integriert haben.

Software

Fast alle Hersteller von Etikettendruckern verwenden eigene Druckersprachen (ZPL, DPL ...), es gibt aber auch Anbieter die auf den PCL-Standard setzen. Einige Hersteller bieten darüber hinaus auch Emulationen von Fremdfabrikaten an. Treiber für MS-Windows sind Standard, Linux, UNIX und Mac OS-Treiber gibt es nur für einige Fabrikate.

3. Service und Wartung

Neben der üblichen Gewährleistung bieten viele Hersteller zusätzliche Services für Etikettendrucker an, mit denen Reparaturkosten und -zeiten von Anfang an fest kalkuliert werden können. So kann mit Garantieverlängerungen die Werksgarantie auf bis zu 5 Jahre erweitert werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Servicepakete, die maximale Reparaturumschlagszeiten (z. B. 2-5 Tage) oder Austausch von defekten Geräten innerhalb eines definierten Zeitraums (z. B. 24 h) sowie Kostenübernahme für die Ein- und Rücksendung beinhalten. Diese Optionen sind dann sinnvoll, wenn Geräteausfälle den Betriebsablauf empfindlich stören oder die „Total-cost-of ownership“ der Etikettendrucker bereits bei der Beschaffung möglichst exakt festgelegt werden soll.

Tipp: Alternativ zur Produktrecherche auf eigene Faust können Sie sich auch von spezialisierten IT-Unternehmen geeignete Geräte für Ihre Anforderung empfehlen lassen. Beziehen Sie auch die Mitarbeiter, die mit dem Gerät arbeiten sollen, in die Hardware-Auswahl mit ein, bevor Sie einen Etikettendrucker kaufen. Häufig ergeben sich hier noch Aspekte, die bei einer „Planung auf dem Reißbrett“ nicht berücksichtigt worden wären. Einige Lieferanten bieten hierzu kostenlose Teststellungen von Etikettendruckern an.

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